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Europas Sicherheit auf dem Prüfstand: Expertenvortrag zur militärstrategischen Lage in der Landespolizeidirektion Wien



Bericht durch unser

EPA Teammitglied

Maria Elena

TARAMONA de RODRIGUEZ

Internationales Kulturmanagement, Medien, Redaktion

Chefredakteurin der

Zeitschrift CulturaLatina

& Österreichische Kultur

Bezirksrätin

des 3. Wiener Gemeindebezirkes


EPA Austria vertreten durch:

Mag. Hermann KROIHER

Direktor für internationale Angelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit der EPA Austria

Generalsekretär der UNCAV

Vereinigung der UNO Korrespondenten in Wien


Hofrat Mag.

Josef KOPPENSTEINER

Ehrenmitglied

EPA Austria

Ehem. Stadthauptmann Wien

Innere Stadt


Olivier BOULENGUEZ

Ehrenmitglied

Polizeipräsident von Paris i.R.

Präsident der IPA International Police Association Frankreich


KommR - Senator

Heinz STIASTNY

Ehrenmitglied

Präsidiumsmitglied im Zentrum für Risiko- und Krisenmanagement

Regierungskommissär für kritische Infrastruktur und Innovation

Temporärer UN Missionsführer


Gestern, am 25. Juni 2024, luden der Verein der Freunde der Wiener Polizei gemeinsam mit der Landespolizeidirektion Wien zu einer hochkarätigen Vortragsveranstaltung in den Räumlichkeiten der Landespolizeidirektion ein. Das Thema der Veranstaltung lautete „Europas Sicherheit auf dem Prüfstand - Das militärstrategische Risikobild im Spannungsfeld aktueller Herausforderungen.“


Die Diskussion konzentrierte sich auf die dynamischen Veränderungen der Sicherheitsarchitektur Europas im Licht aktueller internationaler Krisen, wie dem Ukraine-Krieg, dem Nahost-Konflikt und der US-Politik.


Begrüßt und eröffnet wurde die Veranstaltung von KR Karl Javurek, Präsident der Gesellschaft der Freunde der Wiener Polizei. Anschließend begrüßte Dr. Gerhard Pürstl, Leiter der Landespolizeidirektion Wien, das Publikum und hob die Relevanz des Themas hervor.


Brigadier und Militärexperte Gerald Karner erörterte in seinem Vortrag „Europas Sicherheit auf dem Prüfstand“ die veränderten globalen Sicherheitsdynamiken. Karner betonte die Bedeutung der Vereinten Nationen und erinnerte daran, wie früher angenommen wurde, dass der „ewige Frieden“ ausgebrochen sei. Er sprach über die Reduzierung der Verteidigungsbudgets nach dem Kalten Krieg, bekannt als die „Friedensdividende“, und die Herausforderungen, die durch internationale Konflikte und globalisierte Handelsbeziehungen entstehen.


VUCA-Modell


Der Militärexperte erklärte den Begriff VUCA, der für Volatilität (Schwankungen), Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (Mehrdeutigkeit) steht. Diese Begriffe beschreiben die heutigen Bedingungen, unter denen schnelle und intensive Veränderungen sowie instabile Prozesse häufig sind. Früher konnten Vorhersagen über langfristige Entwicklungen getroffen werden, heute sind selbst kurzfristige Prognosen schwierig.


"Volatilität ist ein Unstetigkeit. Die Dinge bewegen sich in höheren Geschwindigkeiten, in stärkerer Intensität und die Instabilität von Abläufen ist ebenfalls stärker. Es gibt keine kaum mehr stabile Phasen und wenn, dann nur ganz kurz. Auf anderen Ebenen bewegt sich bereits wieder etwas. Unstrittig ist auch, dass schnell eine große Veränderung in den Variablen dieser Prozesse über Ordnung oder Unordnung bestimmen", so Karner.


Karner betont die veränderte Sicherheitslage seit dem Kalten Krieg. Während es damals nur wenige einflussreiche Akteure gab, ist die Zahl heute erheblich gestiegen. Zu den relevanten Akteuren zählen neben Staaten auch nichtstaatliche Organisationen, große Unternehmen und terroristische Gruppen. Diese Akteure sind global vernetzt und haben vielfältige Abhängigkeiten. Unterschiedliche Bewertungen und Reaktionen auf gleiche Situationen, wie z.B. die Pandemie, zeigen die Mehrdeutigkeit der heutigen Welt. Einfach Erklärungen und Lösungen gibt es nicht mehr, was die Arbeit von Politikern zusätzlich erschwert.


Desinformations- und Propagandakampagne


Hybride Kriegsführung, eine Mischung aus militärischen und nichtmilitärischen Strategien, wurde als das neue Paradigma der Konfliktaustragung identifiziert. Russische Desinformations- und Propagandakampagnen sind Teil dieser hybriden Kriegsführung, die darauf abzielt, die öffentliche Meinung und politische Prozesse im Westen zu beeinflussen.


Auch die zunehmende Bedeutung von Allianzen zwischen Staaten wie Russland und Nordkorea sowie die Rolle der sozialen Medien in der Kriegsführung betonte der Experte. Es ist dringend notwendig, dass demokratische Gesellschaften fundierte Entscheidungen treffen, um auf diese komplexen Herausforderungen zu reagieren.


Geduld Chinas


Brigadier Karner diskutierte die strategische Geduld Chinas und dessen militärische Entwicklungen, darunter den Kauf und die Modernisierung eines großen Flugzeugträgers in den 1980er Jahren, als Beispiel für Chinas langfristige Militärstrategie. Im Vergleich dazu verfügen die NATO und die USA über mehr militärische Fähigkeiten, während das russische Militär als veraltet gilt.


Karner äußerte sich kritisch über das Regime von Wladimir Putin, das sich international isoliert habe, und betonte die Unwahrscheinlichkeit einer Rückkehr zur politischen Situation vor 2014. Er sprach über die Herausforderungen für die regelbasierte Weltordnung, die durch Staaten wie Russland, die Ukraine und Iran beeinflusst wird, und stellte die Bedeutung von Grundrechten und Menschenrechten heraus.


"Wladimir Putin trägt Russland zur Migrationskrise in Europa bei, und die Migrationskrise trägt dazu bei, dass Politiker und Politikerinnen zunehmend Vertrauen in der Bevölkerung verlieren und damit die Kette in Gang setzen", betonte Karner.


NATO gestärkt


In Bezug auf die NATO hob er hervor, dass die Organisation durch neue Mitglieder wie Finnland und Schweden gestärkt wurde und dass die Einheit des Westens besser als erwartet aufrechterhalten wird. Karner forderte, dass Politiker die Bevölkerung besser über sicherheitspolitische Notwendigkeiten aufklären und mitnehmen müssen.


Zum Abschluss betonte er die Wichtigkeit von klaren politischen Erklärungen und der Verantwortung der Politiker, die Bevölkerung in sicherheitspolitische Entscheidungen einzubeziehen, um demokratische Unterstützung zu gewährleisten.



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