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Einblick in die Münze-Öterreich: Botschafterinnen und Botschafter der Nordischen und Baltischen Länder zu Gast.

Aktualisiert: 20. März

Hermann KROIHER

Direktor für internationale Angelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit der EPA Austria

Generalsekretär der UNCAV Vereinigung der UNO Korrespondenten in Wien und

Maria Elena

TARAMONA de RODRIGUEZ

Internationales Kulturmanagement, Medien, Redaktion und Chefredakteurin der

Zeitschrift CulturaLatina & Österreichische Kultur

haben EPA Austria offiziell vertreten.


Der Verband Österreich-Nordische Länder und die Münze Österreich luden die Botschafterinnen und Botschafter der Nordischen und Baltischen Länder sowie besondere Gäste zum exklusiven Vortrag „Münze - Behind the Scenes“ ein. Die Veranstaltung fand am 11. März im Palais der MÜNZE Österreich statt und bot den Gästen einen einzigartigen Einblick in die Arbeitsweise und Geschichte der Münze Österreich.

Die MÜNZE Österreich wurde im Jahr 1192 gegründet und hat seit 1837 ihren Sitz am Standort "Am Heumarkt". Sie ist eine Tochtergesellschaft der Österreichischen Nationalbank, die dementsprechend auch von ihren Gewinnen profitiert. Seit 1988 ist das Unternehmen nicht mehr im direkten Eigentum des Finanzministeriums.

Während seines Vortrags betonte Dr. Manfred Matzinger-Leopold, Vorstandsdirektor der MÜNZE Österreich, die bedeutende Rolle der 183 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich die Münzen herstellen. Er unterstrich zudem, dass sämtliche Aktivitäten des Unternehmens ausschließlich am Standort Am Heumarkt gebündelt sind, ohne weitere Standorte.

Erfolge und Zukunftsausblick

Höhepunkt des Vortrags war die Offenlegung der aktuellen Geschäftszahlen. Dr. Matzinger-Leopold verkündete stolz, dass das Jahr 2022 das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte der MÜNZE Österreich war, mit einem Umsatz von beeindruckenden 3,75 Milliarden Euro. Diese herausragende Leistung sei vor allem auf den hohen Goldpreis und eine starke internationale Nachfrage zurückzuführen.

Des Weiteren hob Dr. Matzinger-Leopold hervor, dass die MÜNZE Österreich seit 2020 gemeinsam mit der US Mint als einer der führenden Hersteller von Münzen weltweit agiert. Trotz der aktuellen globalen Herausforderungen sei das Unternehmen in der Lage, flexibel auf Marktentwicklungen zu reagieren und seine Lieferfähigkeit jederzeit zu gewährleisten.

Geschichtliche Entwicklung und Standortwahl

Dr. Manfred Matzinger-Leopold erläuterte die geschichtliche Bedeutung dieses Gebäudes "Am Heumarkt", das heute die Heimat der MÜNZE Österreich ist und auf Anordnung von Kaiser Ferdinand I., dem Gütigen, zwischen 1835 und 1837.

Die Planung und Errichtung des Gebäudes war Teil einer umfassenden Modernisierung der Münzproduktion im 19. Jahrhundert, einschließlich des Einsatzes von Dampfmaschinen. Aus Gründen der Lärmbelästigung und der Umweltverschmutzung durch Kohle wurde beschlossen, die Münzprägestätte außerhalb der Stadtgrenzen zu verlegen.

Der gewählte Standort am ehemaligen Wiener Neustädter Kanal bot sich aufgrund seiner strategischen Lage als Anlieferweg für Erze und Kohle an. Heute entspricht dieser Bereich in etwa dem Standort des Bahnhofs Wien Mitte, während der ehemalige Kanal östlich von Wien verläuft und in der Nähe von Schwechat endet.

Vielfältige Geschäftsbereiche und internationale Zusammenarbeit

Ein bedeutender Teil der Aktivitäten der MÜNZE Österreich bleibt oft unbemerkt: die Herstellung von ungeprägten Münzplättchen, die an andere Münzprägeanstalten geliefert werden. Dieser Prozess erfordert eine hochspezialisierte Technologie und stellt sicher, dass die MÜNZE Österreich und einige wenige private Unternehmen die weltweite Versorgung mit Münzrohlingen sicherstellen.

Dr. Matzinger-Leopold betonte auch die führende Rolle der MÜNZE Österreich in der Entwicklung innovativer Münzdesigns und -technologien. Das Unternehmen produziert Münzen mit einzigartigen Merkmalen wie UV-Effekten, Nano-Beschichtungen und eingebetteten Steinen, die weltweit für ihre hohe Qualität und künstlerische Gestaltung geschätzt werden.

Die Motive werden im Haus mit drei Spitzendesignerinnen und einem Chefdesigner realisiert.

Darüber hinaus erläuterte Dr. Matzinger-Leopold die Rolle der MÜNZE Österreich am internationalen Markt und die enge Zusammenarbeit mit anderen Münzprägeanstalten weltweit. Das Unternehmen ist stolz darauf, Münzen für andere Länder zu prägen und so einen wichtigen Beitrag zur globalen Münzversorgung zu leisten.

Branchenführer in Qualität und Innovation

„Unsere Münzen sind nicht nur Geldstücke, sondern wahre Kunstwerke, die die Geschichte und Kultur unseres Landes und anderer Nationen widerspiegeln“, betonte Vorstandsdirektor Dr. Matzinger-Leopold. „Wir sind stolz darauf, kontinuierlich höchste Standards in Sachen Qualität und Innovation zu setzen.“

Münze Österreich, bekannt für ihre erstklassige Handwerkskunst und technologische Raffinesse, beliefert nicht nur Österreich, sondern auch eine Vielzahl von Ländern weltweit mit exquisiten Münzausgaben. Von aufpolierten Staatseditionen für Bundespräsidenten bis hin zu exklusiven Sammlermünzen für Luxemburg und anderen europäischen Kleinstaaten.

Anerkennung und Auszeichnungen

Die Münze Österreich verzeichnete in den letzten Jahren zahlreiche Auszeichnungen für ihre herausragenden Münzprägungen. Mit einer Erfolgsquote von bis zu 30% bei renommierten internationalen Münzpreisen festigt das Unternehmen seinen Ruf als führender Anbieter von qualitativ hochwertigen Sammlermünzen und Sondereditionen.

„Unsere Leidenschaft für Münzen treibt uns an, weiterhin Spitzenleistungen zu erbringen und die Erwartungen unserer Kunden zu übertreffen“, betonte Dr. Matzinger-Leopold. „Wir sind bestrebt, die Münze Österreich als weltweit führende Institution in der Münzherstellung zu etablieren und freuen uns auf eine Zukunft voller Innovationen und kreativer Prägungen.“

Transparenz und Qualität

Der Vorstandsdirektor beleuchtete die Herkunft und Verarbeitung der Umlaufmünzen und betonte die Wichtigkeit einer transparenten Lieferkette für Edelmetalle wie Gold und Silber.

Münze Österreich zählt zu den weltweit 5 Münzstätten, die Goldmünzen vom Rohmaterial aus produzieren. Das Feingold beziehen sie von renommierten Goldraffinerien, vorrangig aus der Schweiz, die das Erz zu verschiedenen (Edel)metallen verarbeiten.

Trotz der theoretischen Möglichkeit, Gold in Österreich abzubauen, bevorzugt Münze Österreich den Bezug über etablierte Lieferwege. Dies gewährleistet nicht nur die Qualität ihrer Produkte, sondern schützt auch die sensiblen Ökosysteme in den Tauern.

Abschluss und Networking

Der Vorstandsdirektor schloss seine Präsentation mit einem humorvollen Ausblick auf die Bedeutung von Bargeld in der heutigen Zeit.

Die Botschafterinnen und Botschafter der Nordischen und Baltischen Länder sowie die Gäste hatten die einmalige Gelegenheit, die MÜNZE Österreich näher kennenzulernen und sich über die neuesten Entwicklungen in der Münzbranche auszutauschen.

Abschließend bedankte sich Dr. Michael Schwarzinger, Präsident der Vereinigung Deutsch-Österreichischer Länder (VÖNL), herzlich für die aufmerksame Teilnahme an diesem inspirierenden Vortrag zu einem äußerst spannenden Thema. Anschließend lud er gemeinsam mit Dr. Matzinger-Leopold zu einem exquisiten Buffet und Networking ein.



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